Servohydraulisches Prüfzentrum

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Kraftfahrzeuge (ika) der RWTH Aachen

Das servohydraulische Prüfzentrum ist eine Einrichtung, die für eine Vielzahl von Untersuchungen und Tests im Bereich der Betriebsfestigkeit und Eigenschaftsuntersuchung von Fahrzeugen und Komponenten eingesetzt wird. Die vielfältigen Einsatzgebiete umfassen unter anderem die Betriebsfestigkeitsuntersuchung von Gesamtfahrzeugen, Fahrzeugstrukturen und Komponenten sowie die anwendungsspezifische Eigenschaftsuntersuchung von Fahrzeugen und Subsystemen.

Ein weiterer wichtiger Anwendungsbereich des Prüfzentrums ist die Untersuchung von Fahrzeugkomforteigenschaften und Dämpfereigenschaften. Hierbei können beispielsweise Schwingungen und Vibrationen analysiert und optimiert werden, um den Fahrkomfort zu verbessern. Zudem ermöglicht das Prüfzentrum die Ermittlung von Materialkennwerten, um die Belastbarkeit und Lebensdauer von Komponenten zu bestimmen.

Das servohydraulische Prüfzentrum bietet auch die Möglichkeit zur Durchführung von quasistatischen Crush-Versuchen, bei denen Deformationen und Verformungswiderstände ermittelt werden können. Diese Versuche ermöglichen die Bewertung der Fahrzeugsicherheit und die Einhaltung relevanter Standards wie FMVSS 214.

Des Weiteren ermöglicht das Prüfzentrum die Anforderungen der Prüfvorschrift IEC/EN 61373 für Schwingungs- und Schocktests im Bereich der Bahnanwendungen abzutesten. Damit können Fahrzeugkomponenten auf ihre Robustheit und Zuverlässigkeit unter anspruchsvollen Bedingungen untersucht werden.

Individuelle Prüfaufbauten

In Bezug auf die technischen Daten zeichnet sich das servohydraulische Prüfzentrum durch ein modulares Prüfstandssystem aus, das individuelle Prüfaufbauten ermöglicht. Es verfügt über zwei Spannfelder mit den Maßen 15 m x 6 m und 4 m x 3 m. Mit insgesamt 20 Hydraulikzylindern stehen vielseitige Testmöglichkeiten zur Verfügung. Die Kraft variiert dabei von 10 kN bis 350 kN, der Hub von 100 mm bis 1000 mm. Die maximale Frequenz beträgt 150 Hz. Zusätzlich sind variable Klimaboxen vorhanden, um Umweltbedingungen zu simulieren.

Für eine präzise Regelung und Steuerung der Tests verfügt das Prüfzentrum über 8 MTS-Flextest-Regelkreise, die sowohl Weg- als auch Kraftregelung ermöglichen. Dadurch können verschiedene Signale iterativ berücksichtigt werden, um umfassende und aussagekräftige Ergebnisse zu erzielen.

Das servohydraulische Prüfzentrum stellt somit eine essentielle Einrichtung dar, um die Betriebsfestigkeit, Eigenschaften und Sicherheit von Fahrzeugen und Komponenten zu untersuchen und zu verbessern. Mit seinen hochmodernen technischen Merkmalen ermöglicht es präzise und umfangreiche Testmöglichkeiten für die Fahrzeugentwicklung und -optimierung.

Prüfstand Daten

Einsatzgebiete

  • Betriebsfestigkeitsuntersuchung von Gesamtfahrzeugen, Fahrzeugstrukturen und Komponenten
  • Anwendungsspezifische Eigenschaftsuntersuchung von Gesamtfahrzeugen, Fahrzeug-Subsystemen und -Komponenten
  • Untersuchungen zu Fahrzeugkomforteigenschaften, Dämpfereigenschaften
  • Materialkennwertermittlung
  • Quasistatische Crush-Versuche zur Ermittlung von Fahrzeugdeformationen und Verformungswiderständen (z. B. FMVSS 214)
  • Untersuchungen nach der Prüfvorschrift IEC/EN 61373 "Bahnanwendungen – Betriebsmittel von Bahnfahrzeugen – Prüfungen für Schwingungen und Schocken"

Technische Daten

  • Modulares Prüfstandssystem für individuelle Prüfaufbauten
  • 2 Spannfelder: 15 m x 6 m und 4 m x 3 m
  • 20 Hydraulikzylinder (Kraft: 10 kN – 350 kN / Hub: 100 mm – 1000 mm / Frequenz fmax: 150 Hz / Variable Klimaboxen
  • 8 MTS-Flextest-Regelkreise (Weg- und Kraftregelung, RPC zur Iteration weiterer Signale)
Dr.-Ing. Daniel Wegener Head of Chassis & NVH daniel.wegener@fka.de
+49 241 8861 187

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