Ausgangslage & Herausforderung
Steer-by-Wire (SbW) eröffnet neue Möglichkeiten, die Schnittstelle zwischen Fahrenden und Bedienteil an die Anforderungen von Fahrzeug und Fahrsituation sowie an die physiologischen und psychologischen Ressourcen der Fahrenden anzupassen – unabhängig von bisherigen technischen Restriktionen. Dies ist insbesondere mit Blick auf neue Fahrfunktionen für teil- bis vollautomatisiertes Fahren relevant. Künftig werden Wechsel zwischen (teil)automatisierten und manuellen Fahrabschnitten häufiger. Damit gewinnen Lenkkonzepte an Bedeutung, die während der (teil)automatisierten Fahrt mehr Freiraum bieten und zugleich eine intuitive und sichere Handhabung ermöglichen.
Gegenüber der konventionellen mechanischen Lenkung sind bei einem Steer-by-Wire-System neue sicherheitsrelevante Aspekte zu betrachten. Das Steer-by-Wire-System muss daher so ausgelegt sein, dass ein Fail-Operational-Betrieb gewährleistet ist. Besonders relevant ist dabei die Untersuchung der Kontrollierbarkeit und Akzeptanz potenzieller Systemfehler beim Übergang in einen degradierten Systemzustand.
Unser Ansatz & Methodik
Die fka untersuchte gemeinsam mit dem im VDA angesiedelten DIN-Arbeitskreis NA 052-00-33-18 AK in einer Studie die Kontrollierbarkeit und Akzeptanz eines Steer-by-Wire-Systems beim Ausfall des aktiven Feedback-Moments des Hand-Wheel-Actuators (HWA), dem sogenannten „Loss of Feedback“, bei nicht redundanter Auslegung und Übergang in ein passives System. Die Expertenstudie untersucht verschiedene Fallback-Charakteristiken. Die Probandenstudie prüft, ob die Versuchspersonen nach Ausfall des aktiven HWA schnell genug reagieren, um das veränderte Rückstellverhalten des Lenkrads zu kompensieren. Zudem wurde untersucht, ob sie anschließend mit passivem HWA weiterfahren können. Darüber hinaus wurde geprüft, ob eine gesonderte Warnung die Kontrollierbarkeit beeinflusst. Ein interdisziplinäres fka-Team aus Psychologen und Fahrwerkentwicklern bearbeitete das Projekt. Für die Rekrutierung der Versuchspersonen nutzte die fka ihre Probandendatenbank mit über 1500 Mobilitätstestern.
Die Ergebnisse der Studie sind hier abrufbar.

